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Auszeichnung: Der Curt-Meyer-Gedächtnispreis 2021 geht an die Nachwuchsforscher:innen Dr. Laura Schmalbrock, Charité und Matthias Jürgen Schmitt, MDC

Die Berliner Krebsgesellschaft e.V. ehrt dieses Jahr zwei Nachwuchsforscher:innen mit dem Curt-Meyer-Gedächtnispreis: Den mit 10.000 Euro dotierten Preis teilen sich die Hämatologin Dr. Laura Schmalbrock von der Charité und der MDC-Doktorand Matthias Jürgen Schmitt.

Die Auszeichnungen fanden im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) am 1. und 2. Oktober im CityCube Berlin statt. Der Preis ist der wichtigste Förderpreis für junge Krebsforscher in Berlin.

Die Hämatologin Dr. Laura Schmalbrock wird für ihre Forschungsarbeit über die Mechanismen von Therapieversagen bei Blutkrebs ausgezeichnet. Die akute myeloische Leukämie (AML) ist die am häufigsten auftretende Form der akuten Leukämie bei Erwachsenen. Dabei kommt es zu einer unkontrollierten Vermehrung unreifer Vorläuferzellen bestimmter Blutzellreihen. Diese Erkrankung ist ein Forschungsschwerpunkt von Dr. Laura Schmalbrock von der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie am Charité-Campus Benjamin Franklin.

Die Ursachen, die zu einem Therapieversagen führen, sind bislang erst wenig erforscht. Schmalbrock untersucht, warum manche Patientinnen und Patienten mit AML auf eine bewährte Behandlungsmethode mit sogenannten Tyrosinkinase-Inhibitoren – einer spezifischen Wirkstoffklasse – in Kombination mit Chemotherapie nicht reagieren oder nach Ansprechen einen Rückfall der Krankheit erleiden.

Um die Mechanismen dieser Resistenzentwicklung gegen die Behandlung zu untersuchen, führte die Hämatologin Mutationsanalysen mittels Exon-Sequenzierung bei 75 Patientinnen und Patienten mit AML durch. Durch den Vergleich der Mutationen zum Zeitpunkt der Diagnose und zum Zeitpunkt des Rückfalls identifizierte Dr. Schmalbrock Veränderungen der Mutationsmuster, die bei der Resistenzentstehung eine Rolle spielen. Dieses Wissen trägt nun dazu bei, zukünftig besser zu verstehen, warum Therapien in dieser entsprechenden Kombination bei AML scheitern können.

Der Molekularbiologe Matthias Jürgen Schmitt untersucht mit Hilfe „molekularer Reporter“, wie das Glioblastom – der häufigste bösartige Gehirntumor– resistent gegen Therapien werden kann. Schmitt ist Doktorand in der Arbeitsgruppe „Molekulare Onkologie“ von Dr. Gaetano Gargiulo am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC). Gemeinsam mit Yuliia Dramaretska und Juan Carlos Company Nevado hat er molekulare Reporter entwickelt, mit deren Hilfe er untersucht, wie es Glioblastomen gelingt, resistent gegen jegliche Therapie zu werden – und wie man dies verhindern könnte.

Jedes Jahr erkranken etwa 4.800 Menschen an diesem sehr aggressiven Tumor. Anders als bei vielen anderen Krebserkrankungen, kehrt der Tumor auch nach Operation und anschließender Bestrahlung unweigerlich zurück. Um nach neuen Therapieoptionen suchen zu können, müssen die Resistenzmechanismen aufgedeckt werden. Molekulare Reporter machen den „Identitätswechsel“ sichtbar, den die einzelnen Zellen eines Glioblastoms im Laufe der Zeit durchmachen, insbesondere wenn der Tumor nach der Therapie zurückkehrt.

Molekulare Reporter sind synthetische Kopien von DNA-Sequenzen, welche die Aktivität jener Gene regulieren, die die Zennumwandlung in Gang setzen oder stoppen.Einzelansicht „Wir haben quasi das komplette ,Regulatom‘ dieser Signaturgene in einem kleinen DNA-Stück zusammengefasst und mit einem fluoreszierenden Protein verknüpft“, erklärt Schmitt. „Wenn sich der Zellzustand ändert, werden bestimmte Transkriptionsfaktoren aktiv, binden an den entsprechenden Zielgenen – und an unseren Reporter. Und dann geht in der Zelle das Licht an.“

So können die Forscher*innen unter anderem zeigen, dass Immunzellen die Tumorzellen regelrecht verteidigen, anstatt sie zu bekämpfen. Sie können auch in Echtzeit verfolgen, wie einzelne Tumorzellen auf bestimmte Therapien reagieren. Das Team will nun herausfinden, ob und wie es möglich ist, die Immunzellen davon abzuhalten, die Tumorzellen zu unterstützen.

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