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Was hilft Kindern, wenn Eltern an Krebs erkranken?

Erkranken Mama oder Papa an Krebs, empfinden Kinder das oft als bedrohlich. Viele Eltern spüren das und fragen sich, wie sie ihre Kinder in dieser Situation am besten unterstützen können. Anlässlich des Weltkindertags am 20. September geben die LandesKrebsgesellschaften Tipps zum Umgang mit betroffenen Kindern.

1. Finden Sie eine offene und dem Alter des Kindes angemessene Sprache. Sagen Sie, dass Sie Krebs haben und dass alles dafür getan wird, dass Sie wieder gesund werden. Sagen Sie ihrem Kind auch, dass Sie es informieren, sollte sich an der jetzigen Situation etwas ändern. Kinder spüren die veränderte Stimmung ihrer Eltern. Sie nehmen wahr, wenn diese ängstlich, traurig oder verzweifelt sind. Je offener Sie dem Kind gegenüber sind, desto seltener wird es nach eigenen Erklärungen suchen. Sie fühlen sich damit überfordert? Die geschulten Fachkräfte in der Krebsberatungsstelle der Berliner Krebsgesellschaft helfen Ihnen gerne, eine angemessene Bewältigungsstrategie zu entwickeln.

2. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über zu erwartende Veränderungen. Erklären Sie, was bei einer Operation oder Chemotherapie geschieht, wie sich der Körper äußerlich verändern kann und welche Auswirkungen die Behandlungstermine auf den Alltag des Kindes haben können. Lassen Sie Ihr Kind selbst entscheiden, ob es den kranken Elternteil im Krankenhaus besuchen möchte oder nicht.

3. Alle Gefühle dürfen sein. Sie dürfen traurig und ängstlich sein - auch in Gegenwart Ihres Kindes - aber achten Sie darauf, dass Sie Ihr Kind nicht mit den eigenen Ängsten überschütten. Kinder sind nur begrenzt belastungsfähig. Bei allen Emotionen, die Sie äußern, muss ein für das Kind erträgliches Maß gewahrt bleiben.

4. Spaß und Spiel sind erlaubt. Manche Kinder haben das Gefühl, angesichts der schweren Erkrankung von Mutter oder Vater keinen Spaß mehr haben zu dürfen und verzichten auf Dinge, die sie eigentlich gerne tun. Ermuntern Sie Ihr Kind zum Spielen und zum Zusammensein mit Freunden. Das tut ihrem Kind und somit auch Ihnen gut.

5. Informieren Sie Pädagogen in Kindergarten, Hort oder Schule über die Situation. Oft sind sie die Ersten, die bemerken, wenn sich ein Kind verändert. Der Austausch verschafft Ihnen schnell Orientierung und ein besseres Gefühl für die Bedürfnisse ihres Kindes. Ob Freunde und Klassenkameraden über die Krebserkrankung informiert werden sollen, entscheiden Kinder und Jugendliche am besten selbst.

Nach Schätzungen des Robert Koch Instituts werden in Deutschland jährlich 150.000 bis 200.000 Kinder unter 18 Jahren mit der Krebserkrankung eines Elternteils konfrontiert. Hilfe bekommen Kinder und ihre krebskranken Eltern von speziell ausgebildeten Psychotherapeuten in der Krebsberatungsstelle der Berliner Krebsgesellschaft. Sie beraten die ganze Familie, sind aber insbesondere für die Sorgen und Nöte der Kinder da. Das Beratungsangebot ist für Familien mit Kindern zwischen null und einundzwanzig Jahren kostenlos. Betroffene Familien aus Berlin können jederzeit einen Beratungstermin vereinbaren. Kontakt: (030) 283 24 00 oder beratung@berliner-krebsgesellschaft.de Weitere Tipps und ausführliche Informationen erhalten betroffene Familien außerdem in der Broschüre: "Was Kindern und Jugendlichen hilft, wenn Eltern an Krebs erkranken"

Über die Berliner Krebsgesellschaft
Die Berliner Krebsgesellschaft ist für krebsbetroffene Menschen der Ansprechpartner vor Ort. Kostenfreie persönliche Beratung, direkte Hilfe und weitreichende Unterstützung von Patienten und Angehörigen sind die Kernaufgaben der gemeinnützigen Organisation. Weitere wichtige Aufgaben sind Aufklärung und Information der Berliner Bevölkerung sowie Förderung der Krebsforschung und der ärztlichen Weiterbildung. Der gemeinnützige Verein ist seit über 60 Jahren für das Wohl krebskranker Menschen in Berlin tätig und finanziert sich ausschließlich über Erbschaften und Spenden. Ziel der Berliner Krebsgesellschaft ist es, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und ihre Heilungschancen zu erhöhen. Spendenkonto: IBAN DE25 1002 0500 0001 2383 00, Bank für Sozialwirtschaft

Die 16 LandesKrebsgesellschaften leisten wichtige Arbeit vor Ort - nah am Patienten, den Angehörigen und den regionalen Strukturen. Eine Hauptaufgabe der LandesKrebsgesellschaften ist die psychosoziale Hilfe und Beratung in den 126 Beratungsstellen. Hier wurden allein im Jahr 2016 mehr als 61.700 Beratungen durchgeführt. Darüber hinaus initiieren die LandesKrebsgesellschaften Projekte zum Thema Krebs, zur Prävention und Früherkennung und geben Informationsmaterial heraus. Sie organisieren jährlich 900 Kurse, geleitete Gruppen und Aktionen zur Gesundheitsförderung sowie mehr als 1.000 Veranstaltungen. In den Regionen unterstützen sie die Arbeit der Selbsthilfegruppen. Die LandesKrebsgesellschaften fördern regionale Forschungsprojekte, bieten Fort- und Weiterbildung an und kooperieren mit Einrichtungen der onkologischen Versorgung und anderen relevanten Partnern der Region und des Landes. Nicht zuletzt übernehmen sie die Interessenvertretung gegenüber kommunalen und Landeseinrichtungen. Die 16 LandesKrebsgesellschaften sind in der Sektion A der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. organisiert.

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