menu

Curt Meyer-Gedächtnispreis für herausragende Krebsforschung

Der Curt Meyer Gedächtnis-Preis gehört zu den renommiertesten Auszeichnungen für junge Krebsforscher in Berlin. 1988 zum ersten Mal von der Berliner Krebsgesellschaft verliehen, soll der mit 10.000 Euro dotierte Forschungspreis die Spitzenforschung in Berlin stärken und Nachwuchswissenschaftler zu herausragenden Leistungen animieren. Der Preis dient dem ehrenden Gedächtnis an den Berliner Senatsrat Dr. med. Curt Meyer (1891-1984), dessen Name eng mit der Krebsfürsorge verbunden ist. Meyer war Gründungsmitglied und langjähriger Geschäftsführer des Landesausschusses Berlin für Krebsbekämpfung e.V., aus dem 1957 die Berliner Krebsgesellschaft hervorgegangen ist.

Sie forschen in Berlin auf dem Gebiet der Krebsmedizin, haben das 40. Lebensjahr noch nicht überschritten und bereits eine oder mehrere herausragende Arbeiten publiziert? Dann sind Sie vielleicht ein Kandidat für den Curt Meyer-Gedächtnispreis.

Die Berliner Krebsgesellschaft e.V. vergibt den „Curt Meyer-Gedächtnispreis“ in Höhe von 10.000 EUR zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Land Berlin. 

Ausschreibung 2018

Die Berliner Krebsgesellschaft e.V. vergibt den „Curt Meyer-Gedächtnispreis“ in Höhe von 10.000 EUR zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Land Berlin. Prämiert wird eine herausragende wissenschaftliche Persönlichkeit, die sich mit ihrer Forschungstätigkeit auf dem Gebiet der Krebsmedizin hervorgetan hat. Mit dem Preis wird eine Wissenschaftlerin oder ein Wissenschaftler ausgezeichnet, die/der das 40. Lebensjahr nicht überschritten hat und an einer Klinik oder einem Institut im Land Berlin beruflich tätig ist. Die Auszeichnung soll durch das Herausstellen von Vorbildern und deren Einsatz für den medizinischen Fortschritt dazu beitragen, die Spitzenwissenschaft im Bereich der Krebsmedizin im Land Berlin weiter zu etablieren und voranzutreiben.

In einem Begutachtungsverfahren wird der Preisträger durch eine oder mehrere hochrangig publizierte Arbeiten bestimmt. Es können Publikationen, die sich mit klinischen, experimentellen oder translationalen Forschungsthemen sowie Versorgungsforschung im Bereich Krebsmedizin befassen und die an einer Berliner Institution erarbeitet wurden, eingereicht werden.

Die hochrangig publizierten Arbeiten müssen aktuell sein. Ist das Manuskript/sind die Manuskripte zur Veröffentlichung bei einem Verlag eingereicht, muss das Begutachtungsverfahren abgeschlossen und das Manuskript/die Manuskripte zur Veröffentlichung angenommen sein. Eine Nominierung ist nicht erforderlich. Die Vergabe des Preises erfolgt an die Erstautorin/den Erstautor. Die Koautoren müssen schriftlich bestätigen, dass sie mit der Bewerbung der Erstautorin/des Erstautors einverstanden sind.

Die Bewerbung ist an die Vorsitzende der Berliner Krebsgesellschaft e.V. als elektronische Datei unter Beifügung des ausführlichen Lebenslaufes, eines wissenschaftlichen Tätigkeitsberichtes und einer Publikationsliste (ein PDF-Dokument mit max. 7 MB) zu senden.

Einsendeschluss ist der 31. März 2018 (Datum des Poststempels).
Berliner Krebsgesellschaft e.V.
Frau Prof. Dr. med. Petra Feyer
Robert-Koch-Platz 7
10115 Berlin
Telefon (030) 283 24 00
Telefax (030) 282 41 36
E-Mail info@berliner-krebsgesellschaft.de


 

Invitation to submit applications 2018

The Berlin Cancer Association awards the "Curt Meyer Memorial Prize" of 10,000 euros to promote young scientists in the federal state of Berlin.
The prize will be awarded to an outstanding scientific personality who has excelled in their research in the field of cancer medicine. The prize will be awarded to a scientist who is under 40 years old and who is working at a clinic or institute in the federal state of Berlin. By showcasing role models and their commitment to medical advancement, the award aims to contribute to establishing and driving forward top level science in the field of cancer medication. 

The award winner is determined in an assessment procedure based on one or several high-ranking publications. Publications may be submitted if they have been compiled at a Berlin institution and if they address clinical, experimental or translational research topics and/or health services research in the field of cancer medicine.

The high-ranking publications must be current. If the manuscript has been submitted to a publisher for publication, the review procedure must be completed and the manuscript must have been accepted for publication. Nomination is not required. The prize is awarded to the lead author. The co-authors must confirm in writing that they approve the lead author’s application.

The application must be sent to the chairwoman of the Berliner Krebsgesellschaft e.V. as an electronic file accompanied by a detailed CV, a scientific activity report and a publication list (one PDF document of a maximum of 7 MB).

The closing date is 31 March 2018 (date of postmark).

Berliner Krebsgesellschaft e.V.
Ms. Prof. Dr. med. Petra Feyer
Robert-Koch-Platz 7
D-10115 Berlin, Germany
Telephone: 030 / 283 24 00
Telefax: 030 / 282 41 36
Email: info@berliner-krebsgesellschaft.de

Preisträger 2018: Prof. Dr. med. David Capper

Der Neuropathologe Professor David Capper, vor allem für die Entwicklung diagnostischer Marker für Hirntumoren bekannt, ist mit dem renommierten Curt Meyer-Gedächtnispreis 2018 ausgezeichnet worden. Der Preis wird von der Berliner Krebsgesellschaft an herausragende Forscherpersönlichkeiten auf dem Gebiet der Onkologie vergeben; der 39-jährige Capper bekam ihn unter anderem für die Entwicklung einer computergestützten Methode zur Klassifikation von Hirntumoren. Im März sind die Ergebnisse seiner Teststudie im Wissenschaftsjournal „Nature“ veröffentlich worden.

(v.l.n.r.) Prof. Dr. med. Petra Feyer (Vorsitzende Berliner Krebsgesellschaft), Prof. Dr. med. David Capper (Preisträger, Charité), Laudator Prof. Dr. med. Dr. phil. Alfred Holzgreve (Beirat Berliner Krebsgesellschaft)

Hirntumor ist nicht gleich Hirntumor

Ein Glioblastom oder ein zentrales Neurozytom gehören zur Gruppe der Hirntumoren, weisen aber unterschiedliche molekulare Eigenschaften auf. Zurzeit lassen sich mithilfe von Gewebemerkmalen rund 100 verschiedene Arten von Hirntumoren unterscheiden, die ganz unterschiedlich auf Strahlen- und Chemotherapie ansprechen. Die richtige Zuordnung eines Tumors zu einer dieser Klassen ist für einen Patienten lebensnotwendig. Bislang wird sie vom Pathologen nach dem Prinzip der mikroskopischen Musterwiedererkennung vorgenommen. Fehleinschätzungen sind dabei nicht auszuschließen, die leider erst unter der Therapie offenkundig werden.

Capper hat nun gemeinsam mit Mitarbeitern des Hopp-Kindertumorzentrum am NCT Heidelberg (KiTZ), des Deutschen Krebsforschungszentrums und der Abteilung Neuropathologie am Universitätsklinikum Heidelberg ein alternatives Diagnoseverfahren entwickelt, mit dem komplizierte Fälle validiert und Fehldiagnosen aufgespürt werden sollen. Bei der von ihm entwickelten Methode werden Muster nicht mehr mit dem bloßen Auge erkannt, sondern mithilfe eines computergestützten Verfahrens identifiziert.

DNA Methylierungsmuster als zentrales Kennzeichen

David Capper nutzt einen bestimmten Anteil der epigenetischen Information eines Tumors, die so genannte DNA Methylierung, um die Tumoren seiner Patienten zu sortieren. Er erstellt digitale Methylierungsprofile und vergleicht sie mit über 2.800 bereits klassifizierten Methylierungsprofilen einer Referenzkohorte anderer neuroonkologischer Tumoren. Mit Hilfe eines auf maschinellem Lernen basierenden Algorithmus wird ein Klassifikationsscore bestimmt, der die Ähnlichkeit mit einer der 82 Tumorklassen und -unterklassen ausweist.

Für einen breiten Einsatz des Verfahrens stellen Capper und Mitarbeiter den Algorithmus und die Referenzkohorte über eine Website zur Verfügung (www.molecularneuropathology.org).

Um sicherzugehen, dass sich die Methode für den Einsatz in der klinischen Routine eignet, testeten die Wissenschaftler das konventionelle und das neue Verfahren der Diagnosestellung an über 1.000 Patienten. Hierbei wurden mithilfe des neuen Algorithmus in 12 % der Fälle Fehldiagnosen identifiziert. „Zurzeit setzen wir das Verfahren bei unklaren Tumoren ein, immer dann, wenn die Mikroskopie kein eindeutiges Bild abgibt. In der Mehrzahl der Fälle können wir mit dem Klassifikations-Algorithmus zu einer Klärung der Diagnose kommen. Ich denke, das Verfahren wird in einigen Jahren standardmäßig zur Bestimmung von Hirntumoren eingesetzt werden“, sagt Capper.

Prof. Dr. med. David Capper ist Facharzt für Neuropathologie und seit 2017 Professor für Neuropathologie an der Berliner Charité. Außerdem leitet er die Arbeitsgruppe „Molekulare Neuropathologie“ am DKTK Standort Berlin.

Originalpublikation: Capper D., Jones D.T.W. Sill M. and Hovestadt V. (gemeinsame Erstautoren) et al. (2018) "DNA methylation-based classification of central nervous system tumours". Online-Publikation am 14.03.2018; DOI: doi:10.1038/nature26000

Über den Curt Meyer-Gedächtnispreis 

Die Berliner Krebsgesellschaft verleiht den Curt Meyer-Gedächtnispreis seit 1988. Mit 10.000 Euro zählt der Forschungspreis zu den höchst dotierten Auszeichnungen in Deutschland auf dem Gebiet der Krebsmedizin. Der Preis dient dem ehrenden Gedächtnis an den Berliner Senatsrat Dr. med. Curt Meyer (1891-1984), der nach praktischer und kommunalärztlicher Tätigkeit in Thüringen und Berlin 1944 verhaftet und in das KZ Auschwitz deportiert wurde. Nach 1945 reorganisierte der spätere Träger der Ernst-Reuter-Plakette das Gesundheitswesen im ehemaligen Westberlin, vor allem die Gesundheitsfürsorge. Die Berliner Krebsgesellschaft e.V. ist aus dem Landesausschuss Berlin für Krebsbekämpfung e.V. hervorgegangen, dessen Gründungsmitglied und Geschäftsführer Dr. Curt Meyer war.



Julia Löffelbein
Forschungsförderung
030 - 2 83 24 01
E-Mail schreiben

31
03
2018

Stichtag für 2018

Folgende Unterlagen fügen Sie bitte Ihrer formlosen Bewerbung bei:

  • einen ausführlichen Lebenslauf
  • einen wissenschaftlichen Tätigkeitsbericht
  • eine Publikationsliste

Senden Sie Ihre Bewerbung per E-Mail bis 23.59 Uhr an info[at]berliner-krebsgesellschaft.de