Curt Meyer-Gedächtnispreis für herausragende Krebsforschung

Der Curt Meyer-Gedächtnispreis gehört zu den renommiertesten Auszeichnungen für junge Krebsforscher in Berlin. 1988 zum ersten Mal von der Berliner Krebsgesellschaft verliehen, soll der mit 10.000 Euro dotierte Forschungspreis die Spitzenforschung in Berlin stärken und Nachwuchswissenschaftler zu herausragenden Leistungen animieren. Der Preis dient dem ehrenden Gedächtnis an den Berliner Senatsrat Dr. med. Curt Meyer (1891-1984), dessen Name eng mit der Krebsfürsorge verbunden ist. Meyer war Gründungsmitglied und langjähriger Geschäftsführer des Landesausschusses Berlin für Krebsbekämpfung e.V., aus dem 1957 die Berliner Krebsgesellschaft hervorgegangen ist.

Sie forschen in Berlin auf dem Gebiet der Krebsmedizin, haben das 40. Lebensjahr noch nicht überschritten und bereits eine oder mehrere herausragende Arbeiten publiziert? Dann sind Sie vielleicht ein Kandidat für den Curt Meyer-Gedächtnispreis.

Die Berliner Krebsgesellschaft e.V. vergibt den „Curt Meyer-Gedächtnispreis“ in Höhe von 10.000 EUR zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Land Berlin. Durch das Herausstellen von Vorbildern wollen wir die Spitzenwissenschaft im Bereich der Krebsmedizin vorantreiben.


Preisträger:innen 2021

Dr. Laura Schmalbrock , Charité, und Matthias Jürgen Schmitt, MDC

Dr. Laura Schmalbrock, Hämatologien von der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie am Charité Campus Benjamin Franklin, und Matthias Jürgen Schmitt, Molekularbiologe am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft, teilen sich dieses Jahr den angesehenen Curt Meyer-Gedächtnispreis 2021. Der Preis ist der wichtigste Förderpreis für junge Krebsforscher in Berlin. Er ist mit 10.000 Euro dotiert. Laura Schmalbrock erhielt den Preis für ihre Forschung zu Mechanismen von Therapieversagen bei Blutkrebs. Matthias Schmitt untersucht wie der Glioblastom - der häufigste bösartige Gehirntumor - resistent gegen Therapien werden kann und. Die Verleihungen der Preise fanden im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinischen Onkologie (DGHO) im CityCube Berlin statt.

 

Preisträgerin Dr. Laura Schmalbrock

Preisträger Matthias Jürgen Schmitt, MDC

Dr. Laura Schmalbrock

Die Hämatologin Dr. Laura Schmalbrock wird für ihre Forschungsarbeit über die Mechanismen von Therapieversagen bei Blutkrebs ausgezeichnet. Die akute myeloische Leukämie (AML) ist die am häufigsten auftretende Form der akuten Leukämie bei Erwachsenen. Dabei kommt es zu einer unkontrollierten Vermehrung unreifer Vorläuferzellen bestimmter Blutzellreihen. Diese Erkrankung ist ein Forschungsschwerpunkt von Dr. Laura Schmalbrock von der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie am Charité-Campus Benjamin Franklin.

Die Ursachen, die zu einem Therapieversagen führen, sind bislang erst wenig erforscht. Schmalbrock untersucht, warum manche Patientinnen und Patienten mit AML auf eine bewährte Behandlungsmethode mit sogenannten Tyrosinkinase-Inhibitoren – einer spezifischen Wirkstoffklasse – in Kombination mit Chemotherapie nicht reagieren oder nach Ansprechen einen Rückfall der Krankheit erleiden.

Um die Mechanismen dieser Resistenzentwicklung gegen die Behandlung zu untersuchen, führte die Hämatologin Mutationsanalysen mittels Exon-Sequenzierung bei 75 Patientinnen und Patienten mit AML durch. Durch den Vergleich der Mutationen zum Zeitpunkt der Diagnose und zum Zeitpunkt des Rückfalls identifizierte Dr. Schmalbrock Veränderungen der Mutationsmuster, die bei der Resistenzentstehung eine Rolle spielen. Dieses Wissen trägt nun dazu bei, zukünftig besser zu verstehen, warum Therapien in dieser entsprechenden Kombination bei AML scheitern können.

Preisverleihung bei der Jahrestagung der DGHO: Laudator Prof. Dr. Lars Bullinger, Direktor der Med. Klinik m.S. Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie (r.) und Barbara Kempf (l.), Geschäftsführerin der Berliner Krebsgesellschaft e.V. ehren die Preisträgerin Dr. Laura Schmalbrock. © DGHO | Timo Schmidt


Matthias Jürgen Schmitt

Der Molekularbiologe Matthias Jürgen Schmitt untersucht mit Hilfe „molekularer Reporter“, wie das Glioblastom – der häufigste bösartige Gehirntumor– resistent gegen Therapien werden kann. Schmitt ist Doktorand in der Arbeitsgruppe „Molekulare Onkologie“ von Dr. Gaetano Gargiulo am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC). Gemeinsam mit Yuliia Dramaretska und Juan Carlos Company Nevado hat er molekulare Reporter entwickelt, mit deren Hilfe er untersucht, wie es Glioblastomen gelingt, resistent gegen jegliche Therapie zu werden – und wie man dies verhindern könnte.

Jedes Jahr erkranken etwa 4.800 Menschen an diesem sehr aggressiven Tumor. Anders als bei vielen anderen Krebserkrankungen, kehrt der Tumor auch nach Operation und anschließender Bestrahlung unweigerlich zurück. Um nach neuen Therapieoptionen suchen zu können, müssen die Resistenzmechanismen aufgedeckt werden. Molekulare Reporter machen den „Identitätswechsel“ sichtbar, den die einzelnen Zellen eines Glioblastoms im Laufe der Zeit durchmachen, insbesondere wenn der Tumor nach der Therapie zurückkehrt.

Molekulare Reporter sind synthetische Kopien von DNA-Sequenzen, welche die Aktivität jener Gene regulieren, die die Zennumwandlung in Gang setzen oder stoppen. Einzelansicht „Wir haben quasi das komplette ,Regulatom‘ dieser Signaturgene in einem kleinen DNA-Stück zusammengefasst und mit einem fluoreszierenden Protein verknüpft“, erklärt Schmitt. „Wenn sich der Zellzustand ändert, werden bestimmte Transkriptionsfaktoren aktiv, binden an den entsprechenden Zielgenen – und an unseren Reporter. Und dann geht in der Zelle das Licht an.“

So können die Forscher*innen unter anderem zeigen, dass Immunzellen die Tumorzellen regelrecht verteidigen, anstatt sie zu bekämpfen. Sie können auch in Echtzeit verfolgen, wie einzelne Tumorzellen auf bestimmte Therapien reagieren. Das Team will nun herausfinden, ob und wie es möglich ist, die Immunzellen davon abzuhalten, die Tumorzellen zu unterstützen.

Preisverleihung bei der Jahrestagung der DGHO: Matthias Jürgen Schmitt erhält den Forschungspreis von Laudator Prof. Dr. med. David Horst, Direktor des Instituts für Pathologie Charité - Universitätsmedizin Berlin und Mitglied im Vorstand der Berliner Krebsgesellschaft e.V. © DGHO | Timo Schmidt

 

 

Über den Curt Meyer-Gedächtnispreis 

Die Berliner Krebsgesellschaft verleiht den Curt Meyer-Gedächtnispreis seit 1988. Mit 10.000 Euro zählt der Forschungspreis zu den höchst dotierten Auszeichnungen in Deutschland auf dem Gebiet der Krebsmedizin. Der Preis dient dem ehrenden Gedächtnis an den Berliner Senatsrat Dr. med. Curt Meyer (1891-1984), der nach praktischer und kommunalärztlicher Tätigkeit in Thüringen und Berlin 1944 verhaftet und in das KZ Auschwitz deportiert wurde. Nach 1945 reorganisierte der spätere Träger der Ernst-Reuter-Plakette das Gesundheitswesen im ehemaligen Westberlin, vor allem die Gesundheitsfürsorge. Die Berliner Krebsgesellschaft e.V. ist aus dem Landesausschuss Berlin für Krebsbekämpfung e.V. hervorgegangen, dessen Gründungsmitglied und Geschäftsführer Dr. Curt Meyer war.

31
März
2022

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Prof. Dr. med. Petra Feyer Vorstandsvorsitzende

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