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Ernst von Leyden-Stipendium

Als die Berliner Krebsgesellschaft das Ernst von Leyden-Stipendium vor 30 Jahren ins Leben rief, stand die Idee, die internationale Vernetzung in der Onkologie zu fördern, im Vordergrund. Bis heute ermöglicht das Stipendium jungen Wissenschaftlern aus dem Ausland in Berlin im Bereich der Krebsmedizin zu forschen. Viele Antragssteller haben bereits einen „Fuß in der Tür“ und brauchen die Förderung, um ihre Arbeit fortsetzen zu können. Anderen wiederum eröffnet das Stipendium einen Forschungsaufenthalt an einer der vielen Wissenschaftseinrichtungen in Berlin und verhilft ihnen so zu einer wissenschaftlichen Karriere. So oder so – am Ende profitieren die Stipendianten, der Forschungsstandort Berlin und die Krebsforschung von dem Austausch von neuem Wissen und Ideen.

Vergabe

Der Etat dieses Programms wird jährlich vom Vorstand der Berliner Krebsgesellschaft festgelegt. Dieser entscheidet auch über die Vergabe des Ernst von Leyden-Stipendiums.

Voraussetzungen

Der Antragsteller / die Antragstellerin darf das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Außerdem muss er oder sie ein medizinisches oder naturwissenschaftliches Studium abgeschlossen haben und ein Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der Onkologie anstreben.

Laufzeit und Dotierung

In der Regel übernimmt die Gesellschaft die Förderung für 12 Monate (Mindestlaufzeit 6 Monate). Bei positiver Begutachtung kann die Förderung um ein weiteres Jahr verlängert werden. Der monatliche Förderbetrag beträgt 1.000 Euro. Das Stipendium wird über die Drittmittelverwaltung der jeweiligen Forschungseinrichtung bewirtschaftet und begründet kein Arbeitsverhältnis.

Verpflichtungen

Bei bewilligten Forschungsstipendien ist die Berliner Krebsgesellschaft über den Fortgang und den Verlauf des Projektes auf dem Laufenden zu halten. Nach der Hälfte der Projektlaufzeit ist ein Zwischenbericht vorzulegen und nach Beendigung der Förderung ein Abschlussbericht.

Entstehen im Zusammenhang mit dem geförderten Projekt Publikationen, so ist die Berliner Krebsgesellschaft als Förderer zu nennen. Nach Veröffentlichung muss der Berliner Krebsgesellschaft ein Exemplar der Publikation überlassen werden.

Unsere Ernst von Leyden-Stipendiaten

Gabriela Pachnikova (Slowakei), Ernst von Leyden-Stipendiat

Gabriela Pachnikova (33) hat an der Comenius-Universität in der Slowakei Humangenetik studiert. Nach Abschluss des Masterstudiengangs war sie in der Krebsforschung an der Masaryk-Universität in Brno tätig. 2018 wechselte sie an das Comprehensive Cancer Center der Charité und arbeitet seither in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. med. Ulrich Keilholz. Thematischer Schwerpunkt der Arbeitsgruppe ist die sogenannte Flüssigbiopsie (Liquid Biopsy), mit der zirkulierende Tumorzellen und zellfreie Tumor-DNA aus Blutproben von Krebspatienten analysiert werden.

Worum Soll es gehen?

Prostatakrebs ist die bei Männern am häufigsten diagnostizierte Krebserkrankung. In Abhängigkeit vom Ursprungsgewebe wird zwischen verschiedenen Krebsformen wie dem häufig auftretenden Adenokarzinom und den eher seltenen neuroendokrinen Tumor unterschieden. Gabriela Pachnikova wird mittels Liquid Biopsy-Techniken systematisch nach Spuren neuroendokriner Differenzierung bei Patienten mit Prostatakrebs suchen. Es muss davon ausgegangen werden, dass sich die beiden Tumorarten nicht nur morphologisch, sondern auch genetisch voneinander unterscheiden. Hierfür wird sie spezifische Gene in zirkulierenden Tumorzellen analysieren und sie auf genomische Veränderungen (Punktmutationen) und Vervielfältigungen (Genamplifikationen) untersuchen. Ziel ist es, mehr Informationen über die Entstehung dieser Krebsarten zu gewinnen.

Titel: Identification / Characterization of new biomarkers from patients with prostate cancer using liquid biopsy methods - circulating tumor cells, cell free DNA, Exomes
Förderzeitraum: November 2018 - Oktober 2019

Müge Erdem (Türkei), Ernst von Leyden-Stipendiatin

Müge Erdem (29) hat an den Universitäten Istanbul und Heidelberg Biotechnologie und Biowissenschaften studiert. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Stammzellforschung speziell als therapeutische Strategie gegen Krebs. Seit 2015 forscht sie in der von Prof. Dr. Ulrike Stein geleiteten Arbeitsgruppe „Translationale Onkologie solider Tumoren“ angesiedelt am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin und der Charité. Ihr Thema ist die Beschreibung des Zusammenhangs von Krebsstammzellen und Darmkrebs-Metastasen.

Worum Soll es gehen?

Das kolorektale Karzinom ist die dritthäufigste Krebserkrankung und die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache in Deutschland. 2009 ist es Prof. Ulrike Stein und Kollegen gelungen, das Gen MACC1 (metastasis associated in colon cancer 1) als prognostischen Biomarker für die Metastasierung des kolorektalen Karzinoms darzustellen. Mithilfe des MACC1 kann die Wahrscheinlichkeit für die Bildung metachroner Metastasen unabhängig vom Tumorstadium vorhergesagt werden. Müge Erdem will nun die molekularen Mechanismen, mit denen MACC1 die Stammzell-assoziierten invasiven Phänotypen reguliert, aufzeigen und analysieren. Dahinter steht das Ziel, die Ergebnisse für die Entwicklung von Krebsmedikamenten und antimetastatischen Interventionen etwa durch die Bekämpfung von MACC1 zu nutzen.

Titel: Characterization of colorectal cancer stem cells by MACC1
Förderzeitraum: August 2018 – Juli 2019

Bin Yue (China), Ernst von Leyden-Stipendiat

Bin Yue (30) schloss sein Studium der Pharmazie mit dem Bachelor ab. Er ergänzte seine Ausbildung mit einem Master in Pharmakologie, den er an der Shandong University in China erwarb. 2013 kam er nach Berlin und begann im Labor von Prof. Dr. Clemens Schmitt am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin zu forschen. Er beschäftigt sich mit der onkogen-induzierten Seneszenz, ein kritischer Faktor in der Förderung von vorzeitigem Altern und Krebs.

Worum Soll es gehen?

Das wissenschaftliche Projekt von Bin Yue ist dem Thema ‘Targeting alternative mRNA translation pathways to eliminate senescent cells and treat cancer' gewidmet und stellt einen innovativen Ansatz dar, der mittels Next Generation Sequencing (NGS) Seneszenzphänotypen – d.h. morphologische Veränderungen, Zellzyklusarrest, Hypermetabolismus und Zytokinausschüttung – mit Chromatinreprogrammierung verknüpft. Basierend auf bisher noch nicht veröffentlichen Daten wird Bin Yue seine Forschung vor allem auf seneszenzbezogene Stemness und 'post-senescence signatures' fokussieren, welche von zentraler Bedeutung für den Prozess der Krebsentstehung sind.

Titel: Target alternative mRNA translation pathways to eliminate senescent cells and treat cancer. Förderzeitraum: November 2017 - Oktober 2018

Julia Löffelbein
Forschungsförderung
030 - 2 83 24 01
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18
02
2019

Nächster Stichtag

Für Ihre Bewerbung laden Sie bitte das Formular "Antrag" herunter und senden Sie es ausgefüllt und per E-Mail (ein Dokument bis max. 7 MB) an

Prof. Dr. med. Petra Feyer
Vorstandsvorsitzende

Einzureichende Unterlagen:

  • Anschreiben
  • ausgefüllter Antrag
  • Kurzbeschreibung des Forschungsvorhabens
  • tabellarischer Lebenslauf
  • Zeugnisse (Scan einer beglaubigte Kopien)