Curt Meyer-Gedächtnispreis – historischer Hintergrund

Seit 1988 verleiht die Berliner Krebsgesellschaft den Curt Meyer-Gedächtnispreis, der junge Berliner Wissenschaftler für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der klinischen und experimentellen Krebsforschung auszeichnet. Der mit 10 000 Euro dotierte Preis wird jährlich ausgeschrieben und dient dem ehrenden Gedächtnis an den Berliner Senatsrat Dr. med. Curt Meyer.

Dr. Curt Meyer wurde 1891 in Herleshausen, Thüringen geboren. Nach praktischer und kommunalärztlicher Tätigkeit in Thüringen und Berlin wurde der engagierte Mediziner 1944 verhaftet und in das KZ Auschwitz deportiert, das er als einer von Wenigen überlebte. Als Häftling betreute er Seuchenkranke, vor allem Fleckfieberkranke.

Im Jahr 1946 wurde Dr. Curt Meyer Dezernent für Sozialhygiene im Landesgesundheitsamt Berlin, der späteren Senatsverwaltung für Gesundheit. Mit unermüdlichem Einsatz leitete er neben vielen anderen Bereichen die Fürsorge für „Geschwulstkranke“, das Rettungs- und Krankentransportwesen, die Säuglingsfürsorge und die Tuberkulosebekämpfung. Maßgeblich war er an der Gründung der Gesellschaft zur Bekämpfung der Kinderlähmung, der Berliner Gesellschaft zur Bekämpfung der Tuberkulose, dem Ausschuss für geistige und seelische Gesundheit, dem Landesausschuss Berlin für Krebsbekämpfung und der Landesstelle Berlin gegen Suchtgefahr beteiligt.

In Anerkennung seiner Verdienste verlieh der Senat von Berlin ihm im Jahre 1981 die Ernst-Reuter-Plakette. Dr. Curt Meyer verstarb 1984 im hohen Alter von 93 Jahren.

Als einer der Ersten erkannte Dr. Curt Meyer, dass soziale und psychologische Aspekte bei einer erfolgreichen Behandlung von Krebserkrankungen eine wichtige Rolle spielen. Seine Überlegungen sind heute zu Programmen geworden. Sie werden mit Begriffen wie „Psychoonkologie“, „Krebsvorsorge“ oder „Selbsthilfegruppen“ identifiziert. Die Berliner Krebsgesellschaft e.V. ist aus dem Landesausschuss Berlin für Krebsbekämpfung e.V. hervorgegangen, dessen Gründungsmitglied und langjähriger Vorsitzender Dr. Curt Meyer war.