Ahmet Hazini (Türkei), Ernst von Leyden-Stipendiat

Ahmet Hazini (29) hat in Izmir und Istanbul Biochemie und Biotechnologie studiert. 2013 beendete er seine Studien mit einer Arbeit über Biosensoren, die helfen, eine akute myokardiale Ischämie zu erkennen. Der Ingenieur für Biotechnologie konzentrierte dann sein Forschungsinteresse auf molekulare Therapien. Seit Juni 2014 forscht er an der TU Berlin in der Arbeitsgruppe des Virologen Dr. Henry Fechner zur Entwicklung von Virotherapeutika in der Krebstherapie. Seine Tätigkeit führte ihn zu einem klar abgegrenzten Forschungsvorhaben und dem Antrag auf Förderung bei der Berliner Krebsgesellschaft.

Worum soll es gehen?

Die Virotherapie ist ein neues und ungewöhnliches Verfahren zur Zersetzung von Krebszellen – man nutzt hierfür onkolytische Viren. Onkolytische Viren sind Viren, die direkt oder indirekt Krebszellen töten. Diese Eigenschaft ist natürlich interessant für die Bekämpfung von Krebs und Gegenstand intensiver Forschung. Onkolytische Viren werden experimentell bereits zur Therapie von Krebs eingesetzt. Es handelt sich hierbei um eine biologische Therapie, die im Vergleich zur Chemotherapie von weniger Nebenwirkungen begleitet wird. Bislang ist aber noch unklar, welche viralen Vektorsysteme für welche Krebserkrankung zum Einsatz kommen sollten. Seit zwei Jahren forscht die Arbeitsgruppe um Dr. Fechner über die Wirkung von onkolytischen Coxsackievirus B3 zur personalisierten Therapie von kolorektalen Karzinomen. Ahmet Hazinis wissenschaftlicher Beitrag wird darin bestehen, die Sicherheit und Spezifität onkolytischer Coxsackie-B3-Viren für die Therapie zu überprüfen und zu verbessern.

Titel: Development of recombinant, oncolytic coxsackievirus B3 clone for personalized therapy of colorectal carzinoma
Förderzeitraum: Juni 2016 - Mai 2017


Goda Kalinauskaité (Litauen), Ernst von Leyden-Stipendiatin

Goda Kalinauskaité (26) hat an der Universität von Vilnius Medizin studiert. Seit Februar 2016 arbeitet sie als Postgraduierten-Praktikantin an der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie der Charité. Während ihres Aufenthalts an der Berliner Klinik wuchs ihr Interesse an der Hochpräzisionsstrahlentherapie und der Radiochirurgie, sodass sie beschloss, zu bleiben und noch mehr zu lernen. Sehr schnell entwickelte sie eine konkrete Fragestellung, und den Wunsch zu promovieren. Im April 2016 bewarb sich Goda Kalinauskaité für das Ernst von Leyden-Stipendium.

Worum soll es gehen?

Hochpräzisionsbestrahlungen kommen bei einer Reihe von Erkrankungen infrage. Es konnte gezeigt werden, dass diese Verfahren eine schonende Alternative zu einer Operation darstellen, vor allem bei Hirntumoren, aber auch Hirnmetastasen. Im Allgemeinen erfordert eine metastasierte Krebserkrankung eine palliative Behandlung. Ausgenommen sind Erkrankungen mit „Oligometastasierung“, denn hier hat der betroffene Patient erst wenige, etwa drei bis fünf, isolierte Metastasen entwickelt. Mit der stereotaktischen Körperstrahlentherapie (SBRT) können diese "Oligometastasen" häufig mit guten Heilungsaussichten entfernt werden. Aber wer genau kommt für eine solche Therapie infrage? Mittels klinischer und biologischer Faktoren will Kalinauskaité die Patienten identifizieren, die von der SBRT am meisten profizieren würden. Weiterführend plant Kalinauskaité, eine Biobank aufzubauen, in der Flüssigbiopsien von Menschen mit Oligometastasen gesammelt werden. Die Proben sollen für spätere Analysen genutzt werden können.

Titel: Oligometastatic disease. Establishment of clinical and biological parameters which itentify patients with benefit from curative-intended radiosurgery. Förderzeitraum: Juni 2016 - Mai 2017


Soo Ann Yap (Malaysia), Ernst von Leyden-Stipendiatin

Soo Ann Yap (29) hat an der Pirogov Russian National Research Medical University (RNRMU) Medizin studiert. Seit 2014 ist sie Ärztin. Nach Forschungstätigkeiten am Pantai Hospital Kuala Lumpur wechselte Sie an die Charité. In der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Keilholz forscht sie heute über die Möglichkeiten der Liquid Biopsy zur frühen Therapiekontrolle. Im Oktober 2015 hat sich Yap für das Ernst von Leyden-Stipendium beworben.

Worum soll es gehen?
Krebsforscher haben ihr Augenmerk auf die Identifizierung und Charakterisierung von Biomarkern als Basis für Therapieentscheidungen gerichtet. Klassisch werden diese Marker in Gewebeproben untersucht. Allerdings ist es klinisch nicht immer möglich, Gewebeproben zu entnehmen. Eine Alternative stellt die Liquid Biopsy (Flüssigbiopsie) auf der Grundlage von Blut dar. Denn auch Blut hält Informationen über den Charakter des Tumors bereit. Diese Methode bietet einen entscheidenden Vorteil: Sie kann häufiger durchgeführt werden, wodurch Tumorentwicklungen annähernd in Echtzeit beobachtet und Therapien effektiver auf jede Veränderung des Tumors abgestimmt werden können. Ziel des Forschungsprojektes von Soo Ann Yap ist es, die drei Biomarker zirkulierende Tumorzellen (CTC), zirkulierende zellfreie Tumor-DNA (ctDNA) und Exosome in Bezug auf die analytischen Herausforderungen wie der isolierbaren Anzahl als auch der Repräsentation der Mutation/-en in Primärtumor und/oder Metastase, zu vergleichen. Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Keilholz hat sich bereits genaue Kenntnisse über zirkulierende Tumorzellen angeeignet und will als Nächstes die Liquid Biopsy Plattform um die Isolation und Analyse von ctDNA und Exosomen erweitern. Hierzu will Soo Ann Yap einen Beitrag leisten.

Titel: Identification of new neuroblastoma biomarkers in liquid biopsies (circulating tumor cells, cfDNA, exosomes)
Förderzeitraum: Oktober 2015 – Oktober 2017