Krebs: Immer mehr Menschen brauchen soziale Unterstützung

Krebs ist mehr als ein Gesundheitsthema - darauf macht die Berliner Krebsgesellschaft anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar 2013 aufmerksam.

Noch immer ist die öffentliche Wahrnehmung von falschen Vorstellungen über die Krankheit Krebs geprägt. Um gängige Mythen über die Erkrankung auszuräumen, wirbt der diesjährige Weltkrebstag am 4. Februar für seriöse Informationen und Aufklärung zum Thema Krebs.

Zu den häufigsten Krebs-Irrtümern gehört beispielsweise, dass Krebs nur ein Gesundheitsthema ist. Stimmt nicht, sagt die Berliner Krebsgesellschaft. Krebs hat weitreichende soziale und wirtschaftliche Folgen. Studien zur wirtschaftlichen Auswirkung einer Krebserkrankung haben gezeigt, dass Dreiviertel der Patienten finanzielle Einbußen mit Krankheitsbeginn erleben. Nicht wenige verlieren durch die Erkrankung ihren Job und rutschen in die Armut ab. "Gerade in Berlin, wo es deutschlandweit die meisten Empfänger von Sozialhilfe gibt, sehen wir heute schon zunehmend Notsituationen im Rahmen einer Krebserkrankung", sagt der Vorsitzende der Berliner Krebsgesellschaft Prof. Dr. Dr. Peter M. Schlag im Vorfeld des Weltkrebstags. Betroffen sind aber nicht nur die sozial Schwachen. Auch für Familien aus dem Mittelstand und insbesondere Alleinerziehende kann eine Krebserkrankung zum sozialen Abstieg führen: "Wenn der Hauptverdiener ausfällt, dann kann das für die ganze Familie zu einer existenziellen Bedrohung werden."

Ein weiterer Krebs-Irrtum: Krebs trifft nur ältere Menschen. Dazu sagt Geschäftsführer Dr. Hubert Bucher: "Krebs kann jeden treffen. Zwar erkranken die meisten Menschen in Deutschland erst nach dem 65. Lebensjahr, aber jeder vierte Krebspatient ist deutlich jünger." Hochgerechnet auf Berlin bedeutet das, dass in diesem Jahr rund 5.000 Menschen im jüngeren und mittleren Lebensalter - also mitten im Berufsleben - die Diagnose Krebs erhalten werden.

Habe ich Anspruch auf häusliche Hilfe während der Therapie? Die Berliner Krebsgesellschaft klärt auf

Um Menschen mit Krebs und ihren Angehörigen zu helfen, hat die Berliner Krebsgesellschaft ein umfangreiches Hilfsangebot aufgebaut. Die Beratungsstelle unterstützt Betroffene durch psychoonkologische Unterstützung, berät aber auch in sozialrechtlichen Fragen. "Viele Menschen wissen nicht, was ihnen im Krankheitsfall zusteht", sagt Bucher. "Dabei haben Krebspatienten je nach Situation Anspruch auf soziale Vergünstigungen, häusliche Pflege oder Hilfe im Alltag." Die Berater der Berliner Krebsgesellschaft leisten hierzu in über 1.700 Beratungskontakten jährlich wichtige Aufklärungsarbeit.

Informationen entlasten und nehmen auch Ängste, weiß Dr. Bucher aus seiner täglichen Arbeit mit Krebspatienten zu berichten. Damit sich Berliner Patienten und Angehörige informieren können, wo sie weitere Hilfe erhalten oder Ansprüche geltend machen können, gibt die Berliner Krebsgesellschaft jedes Jahr den "Wegweiser für Krebsbetroffene in Berlin" kostenlos heraus. Dort sind zahlreiche Anlaufstellen aufgeführt, die sich zum Beispiel um die Wiedereingliederung ins Berufsleben oder um Rentenanträge kümmern. Auch Kontaktadressen zu Selbsthilfe oder Krebssportgruppen und Rehabilitationseinrichtungen sind dabei. Mehrere Tausend Menschen machen jedes Jahr vom Patienten-Wegweiser Gebrauch.

Weiter unterstützt die Berliner Krebsgesellschaft Familien im Rahmen des Projekts "Hilfen für Kinder krebskranker Eltern" sowie in wirtschaftliche Not geratene Patienten über einen Härtefonds.

Angesichts der steigenden Zahl an Neuerkrankungen und der längeren Überlebenszeiten von Menschen mit Krebs, geht der Vorsitzende der Berliner Krebsgesellschaft davon aus, dass künftig immer mehr Menschen in Berlin soziale und finanzielle Hilfsangebote benötigen werden. "Die Situation in Berlin wird sich weiter verschärfen. Umso wichtiger bleibt die Spendenbereitschaft der Berliner Bevölkerung, denn nur so können wir unser Angebot für Krebskranke aufrechterhalten und ausbauen", so Professor Schlag. In Berlin werden in diesem Jahr voraussichtlich knapp 20.000 Menschen die Diagnose Krebs erhalten. Im Jahr 2025 werden es bereits rund 23.000 Menschen sein.

Mit einer Spende können Sie die Arbeit der Berliner Krebsgesellschaft unterstützen:

Spendenkonto
Bank für Sozialwirtschaft
Konto 1238300
BLZ 100 205 00

Pressekontakt

Berliner Krebsgesellschaft e.V.
Beatrice Hamberger, Maren Müller
Robert-Koch-Platz 7, 10115 Berlin
Tel.: 030 - 280 41 955
Fax: 030 - 282 41 36
presse[at]berliner-krebsgesellschaft.de
www.berliner-krebsgesellschaft.de


Weiter lesen:
< „Die Berliner sind aufgeschlossen für soziale Fragen“

Weitere Meldungen

10. April 2014
Wie aus einer Neuentdeckung eine Immuntherapie werden könnte

Wissenschaftler des Charité Instituts für Biochemie um Prof. Dr. Peter M. Kloetzel haben dank Unterstützung der Berliner Krebsgesellschaft eine vielversprechende Entdeckung gemacht: An Tumorproben des humanen Melanoms konnten sie...[mehr]


07. April 2014
Mutperlen für krebskranke Kinder der Charité

Ab heute erhalten krebskranke Kinder auf den beiden kinderonkologischen Stationen am Charité Campus Virchow Klinikum ein ganz besonderes Geschenk: Jede einzelne Behandlungsmaßnahme wird vom Pflegepersonal mit einer Mutperle...[mehr]


28. März 2014
Krebsstiftung Berlin öffnet im Rahmen der Berliner Stiftungswoche ihre Türen

Die Berliner Stiftungswoche will das stifterische Engagement Berlins sichtbar machen. Erstmals beteiligt sich auch die Krebsstiftung Berlin. Nicht nur soziale Netzwerke erleben einen Boom. Auch Stiftungen liegen voll im Trend,...[mehr]


11. März 2014
Warum werden Neuroblastome gegen Chemotherapie resistent?

Das Neuroblastom ist nach den Hirntumoren der häufigste solide Tumor bei Kindern. Bei Säuglingen ist dieser Tumor in der Regel ungefährlich. Tritt der Tumor des Nervensystems hingegen jenseits des Säuglingsalters auf, haben die...[mehr]


28. Februar 2014
Am 1. April startet die 5. Berliner Stiftungswoche. Wir sind dabei!

Vom 1. bis zum 11. April 2014 öffnen Stiftungen in Berlin zum fünften Mal in Folge ihre Türen und laden interessierte Bürgerinnen und Bürger zum Kennenlernen und Mitmachen ein. Zahlreiche Veranstaltungen zeigen einmal mehr, wie...[mehr]


25. Februar 2014
Loni und Hans Faust-Preis 2013 würdigt Psychoonkologie-Projekt der LMU

Die Loni und Hans Faust-Stiftung hat in Kooperation mit der Berliner Krebsgesellschaft am Samstag, den 22. Februar den Loni und Hans Faust-Preis 2013 im Rahmen des 6. Krebsaktionstags in der Berliner Messe vergeben. Der Preis...[mehr]


13. Februar 2014
Krebsaktionstag lockt mit Expertenwissen

Im Rahmen des Deutschen Krebskongresses (DKK) findet auch in diesem Jahr wieder Deutschlands größte Publikumsveranstaltung zum Thema Krebs statt: Der 6. Krebsaktionstag beginnt am Samstag, den 22. Februar um 10 Uhr in den Hallen...[mehr]


News 1 bis 7 von 78
Erste Seite < zurück 1 2 3 4 5 6 7 vor > Letzte Seite